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31. Juli 2010  
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06.07.10 So mancher Tag, an dem ich Monat für Monat für euch Jungs und Mädels meine Kolumne schrieb, war sehr hektisch – wie immer eigentlich im Leben [...mehr]
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Interview mit Ville Lamminaho, Hannu Savolainen von Noumena
Band: Noumena Homepage Metalnews nach 'Noumena' durchsuchen NoumenaInterviewpartner: Ville Lamminaho, Hannu Savolainen

Kaum ein Melodic-Death-Werk der letzten Jahre hat mich so umgehauen wie das „Absence“-Album der finnischen Hopefuls von Noumena, die mir bislang überhaupt kein Begriff waren. Ehrensache also, dass ich bei den Nordländern vorsprach und zunächst von den trockenen aber fröhlichen Gesellen einige biographische Lücken schließen ließ, die sicherlich nicht nur in meinem Kleinhirn klafften:

Hi Marcus, Hier ist der Noumena Interview-Stoßtrupp Ville (Gitarre) und Hannu (Bass). Die Geschichte von Noumena begann 1998 in einem kleinen finnischen Städtchen namens Äthäri. Die Band wurde von fünf Jungspunden gegründet, die zuvor zusammen in verschiedenen Bands gespielt hatten. Nach zwei Demos bekamen wir einen Deal bei einem Label aus Singapur, das kurze Zeit später dummerweise finanzielle Probleme bekam und unser Debüt-Album nicht veröffentlichen konnte. Unser „nächstes“ Debüt-Album „Pride/Fall“ wurde dann 2002 über Catharsis Records veröffentlicht und enthielt auch Material aus den Sessions von 1999 und 2001. Im Januar 2004 haben wir eine neue Promo-CD aufgenommen, die uns letztendlich den Deal mit Spikefarm einbrachte. Nun ist „Absence“ auf dem Markt und wir sind ziemlich zufrieden.

Als ich “Absence” das erste Mal hörte dachte ich, “wow – endlich hat jemand dort weitergemacht, wo Amorphis 1994 mit dem „Tales From The Thousand Lakes“ – Album aufgehört hatten." Wie konnte das eurer Meinung nach passieren?

Hannu: Also erstens finde ich, dass Amorphis einige großartige Sachen gemacht haben und es ist in Ordnung, wenn Leute Noumena mit ihnen vergleichen wollen. Aber ich hoffe natürlich, dass „Absence“ einen wichtigen Meilenstein im Werdegang unserer eigenen Band darstellt und als solcher auch gewertet wird, anstatt als „Amorphis Next Generation“ - Album in die Geschichte einzugehen. Es ist offensichtlich, dass unsere Musik einige Elemente beinhaltet, die auch Amorphis in der „Tales…“-Ära hatten aber schau: Noumena entwickeln sich ja nun auch schon seit sieben Jahren. Wer weiß, wohi die Reise nach „Absence“ geht.




Das ist ein verteufelt gutes Stichwort. Melodic Death Metal-Fans müssen immer darauf vorbereitet sein, dass ihre Lieblingsbands ihren Stil von jetzt auf gleich komplett ändern und auf einmal Metalcore, Power Metal, oder gar Rock oder Alternative spielen (hierfür seien stellvertretend nur Amorphis, Sentenced, In Flames, On Thorns I Lay oder Anathema genannt). Für gewöhnlich beginnt diese Verwandlung mit der häufigeren Verwendung von cleanem Gesang und/oder der „Lesbarmachung“ des Bandlogos. Müssen wir für Noumena Ähnliches befürchten oder traut ihr euch zu, euch innerhalb eures Stils weiter zu entwickeln?

Ville: Es gibt tatsächlich furchtbar viele Bands, die in dieser radikalen Art ihren Stil ändern. Schlechte Beispiele sind unter anderem die von dir genannten Amorphis, Sentenced und In Flames. Es gibt aber auch Bands, deren Entwicklung nach einer solchen Veränderung meiner Meinung nach positiv zu bewerten ist, z.B. The Gathering, Anathema oder Katatonia. Auf alle Fälle gibt es keinen Anlass, zu vermuten, dass wir musikalisch einen ähnlichen Schnitt machen würden. Ich kann dir versprechen, dass wir Antti (Haapanen - verantwortlich für die Growls – Red.) niemals feuern werden oder unseren Gesangsstil komplett ändern. Cleane Vocals waren immer schon ein Teil von Noumena und – klar – es ist möglich, dass wir in der Zukunft mehr davon verwenden werden und auch unser Logo verändern. Das Gegenteil könnte aber ebenfalls der Fall sein, wer will das jetzt sagen? Zum Beispiel hatten wir auf unserem Debüt Pride/Fall wesentlich weniger Death Metal Vocals als auf „Absence“. Man weiß nie, was passiert aber nach all den Jahren, in denen wir unseren Stil entwickelt haben, glaube ich nicht, dass wir uns jemals etwas völlig anderem zuwenden werden.

Man hört auf „Absence“ einige Passagen, die eine ziemliche Finnish-Folk-Schlagseite haben. Wie wichtig ist dieses Element für euren Sound und für die finnische Metalszene allgemein?

Ville: Na ja, ich glaube, dass nur wenige Metalbands durch echten Folk beeinflusst worden sind, die meisten wurden lediglich durch Folk-Metal inspiriert. Das ist bei Noumena im Endeffekt nicht anders, obwohl ich persönlich schon auf einige traditionelle Folk-Acts stehe.

In welche Richtung gehen die Lyrics auf „Absence” und was oder wer ist denn nun „abwesend“?

Hannu: Eigentlich wollten wir gar kein Konzeptalbum machen, aber schließlich ist es doch eins geworden. Die Texte sind Mischungen aus fiktiven Geschichten und Ereignissen aus dem wirklichen Leben und sollen definitiv zum Nachgrübeln anregen. Viele Lyrics handeln von Menschen, die außerhalb unserer Gesellschaft stehen und daher praktisch abwesend von dieser Welt sind. Abwesenheit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass etwas fehlt oder von verschiedenen Ebenen der Existenz getrennt wurde.

Apropros Trennung: Glaubt ihr, dass der Tod von Sentenced das internationale Interesse an der finnischen Metalszene schwächen wird (abgesehen natürlich vom Hype um Nightwish), oder könnte dies eine Chance für Bands wie Noumena sein, um in diese Lücke zu stoßen?

Ville: Für einen Finnen ist es ziemlich schwer, so etwas einzuschätzen. Ich glaube, es macht keinen Unterschied, woher die Band stammt, solange sie gut ist. Klar kann sich das Interesse auf einige Bands aus derselben Gegend verschieben, aber ich glaube, finnischer Metal ist mittlerweile international bekannt genug, um das Abtreten von Sentenced verschmerzen zu können. Davon abgesehen: Das letzte Sentenced-Album, das man sich anhören konnte, war meiner Meinung nach „Down“, so dass ich denke, ihr Abgang ist kein allzu großer Verlust.

Hoppla, okay – dann mal zu etwas, das du auf keinen Fall verlieren möchtest. Welche sind die drei besten finnischen Metalalben aller Zeiten?

Ville: Huuh, das ist etwas schwierig, aber ich versuch’s mal:
1. Das Offensichtliche: Amorphis-"Tales From The Thousand Lakes" – wahrscheinlich eine der besten Platten aller Zeiten, die ein ganzes Genre definierte. Ironischerweise haben viele Journalisten das Album damals mit Paradise Lost verglichen – es ist also wirklich schwer, einzigartig zu sein, auch mit einer solchen Scheibe.

2. Shape Of Despairs „Angels Of Distress” ist etwas sehr Außergewöhnliches. Es enthält den wahrscheinlich besten finnischen Metalsong aller Zeiten: „Quiet These Paintings Are“. Für eine Doom-Band, sind Shape Of Despair wirklich leicht hörbar, was aber nicht bedeutet, dass sie es auch deinen Gefühlen leicht machen.




3. Das dritte ist das Schwerste, weil es so viele großartige und wichtige finnische Alben gibt. Daher finde ich, dass ich dir fairerweise einfach mal kurz meine Faves nennen sollte: Amorphis-„Elegy“, Skepticism-„Stromcrowfleet“ & „Farmakon“, Fall Of The Leafe-„Volvere“, Sentenced-„Amok“.

Um ein wenig bei den „Best Off”-Träumereien zu bleiben. Wie sieht für euch eigentlich der wirklich perfekte Death Metal-Song aus?

Ville: Ha, das ist ganz leicht. Hör dir einfach „Heartwork“ von Carcass an. Das Stück ist für mich wahrscheinlich ein perfekter (Melodic-) Death Metal-Song: Großartige Rhythmen, großartige Melodien und ein großartiges Arrangement. Alles ist perfekt. Ich wünschte, ich könnte eines Tages auch mal einen solchen Song schreiben.

Hannu: Vielleicht bin ich ja langweilig aber ich muss Ville in diesem Punkt voll und ganz zustimmen. „Heartwork“ ist einfach nur bahnbrechend.

Zurück zu Noumena. Gibt es eine Chance, euch in nächster Zeit auch in Deutschland livehaftig zu bestaunen?

Hannu: Sorry, aber dieses Jahr werden wir definitiv nicht in Deutschland spielen, falls nichts Unvorhergesehenes passieren sollte. Wir konzentrieren uns in nächster Zeit zunächst auf Finnland, da wir unsere Heimat in der Vergangenheit sehr vernachlässigt haben. Allerdings hoffen wir sehr, eure Gastfreundschaft im nächsten Jahr genießen zu dürfen und euch zu zeigen, worum es im finnischen Melodic-Death Metal geht. Danach stehen auch schon die Proben für die neuen Songs an, die unsere Gitarrenhelden inzwischen komponiert haben. Ach ja, Ville und ich kommen im Sommer doch nach Deutschland –allerdings privat - um auf dem Wacken ein paar Bierchen mit euch Deutschen zu schlürfen.

Na denn Prost. Die letzten Worte gehören den Kunstschaffenden.

Hannu: Hölökyn kölökyn, perkele! Kauft unser Album, das man am besten in Kombination mit einigen Bierchen genießt.




Mattaru

Autor: Marcus Italiani [Mattaru] | 29.05.2005 | 17:43 Uhr

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Kommentar von: Azriel 04.06.2005 -- 00:55
Jaaaa, Shape Of Despair!!! Guter Geschmack der Mann :D


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